Von damals bis heute

Ich, Michael, beschloß im Februar des Jahres 1962 eine neue Runde in menschlicher Gestalt auf diesem Planeten zu drehen. Bis zum 03.11.1962 nutzte ich meine Mutter dazu, mich reinkarnieren (also wieder fleischlichwerden) zu lassen. Wie alle anderen auch vergaß ich in den ersten Jahren meines Daseins, wozu ich eigentlich hier bin. Ich mußte mir eine katholische Glaubenserziehung (oh weh, was steckt da alles drin) gefallen lassen und begriff erst mit 30 Jahren, daß da etwas falsch ist. Zweifel hatte ich schon früher, aber die (Er)ziehung zog halt noch immer. Kein Wunder, denn auch Grundschule und Gymnasium waren katholisch, das letztere leider sogar jesuitisch. Nach 5 Jahren Studium der Mathematik mußte ich erkennen, daß dies auch nicht das Wahre ist und nutzte meine Fähiglkeiten, Auto fahren zu können als Kurier. Eine Entwicklung fand leider nur sehr eingeschränkt statt, obwohl ich Freunde hatte, die bereits aufgewacht waren. Aber schlafen ist ja so schön.

Erst mit über 40 Lebensjahren begann ich zusammen mit meiner Frau Carmen (wir akzeptieren weder weltliche noch kirchliche Bindungen) erst langsam und dann immer schneller zu erwachen. Die erste Zeit war grausam, denn immer wieder mußte man sich an den Kopf schlagen, wie bescheuert man doch war. Nach einiger Zeit wurde alles immer klarer und heute gibt es nur noch ein kurzes Überlegen, wenn mal wieder auf der Welt seltsame Dinge geschehen. Danach versteht man, daß alles nach einem Plan abläuft, um das alte diabolische System zur Strecke zu bringen.

Carmen und ich begannen gemeinsam Projekte aufzubauen. Wir hatten das Glück und konnten die Reste eines alten Herrenhauses erwerben. Neben Vereinsarbeit, Computer- und Internetdienstleistungen waren wir so verrückt, Entschuldigung, enthusiastisch natürlich, uns auch noch eine Gastronomie und einen Getränkemarkt ans Bein zu binden. Aber wir hatten beide das Gefühl, daß es nur Jobs sind und kein(e) Beruf(ung).

Bald wurde klar, in Deutschland kann man nur sterben - auf die eine oder andere Art. Da wir aber leben wollen, mußten wir raus. Paraguay kannte ich schon aus den 1980er Jahren durch einen Bekannten, also informieren, planen (immerhin fast 5 Jahre lang) und ab die Post.

Carmen MichaelWir sind im September 2017 mit vier Koffern und einem Zimmer für ein paar Tage in Asunción gelandet und haben den Rest dem Schicksal überlassen. Nach einer wunderschönen Zeit zur Miete in Emboscada, haben wir nun ein 14ha Grundstück in der Nähe von Loreto / Concepción. Diesen Teil der Lebensreise könnt Ihr auf der Seite permakultur-paraguay.de/blog nachlesen.

Leider sind wir durch eine schwere Krankheit und andere widrige Umstände immer wieder behindert und sogar zurückgeworfen worden. Nichts desto Trotz sind wir euphorisch dabei, weiter zu machen.

Unser Re-Naturierungs-Projekt hat ungeplant sich sogar selbst weiter fortgesetzt. Dadurch, daß wir große Teile des Grundstücks momentan nur schlecht begehen können, hat sich die Natur einige Bereiche langsam zurück erobert. Wir bieten hier eine neue Heimat für Menschen, die ebenfalls erwacht sind, aber nicht über viel finanzielle Mittel verfügen und sich mit uns eine wunderschöne neue Zukunft aufbauen möchten.